Marcks & Mathieu

24.01.2016 - 28.03.2016

Druckgrafik von Gerhard Marcks und Maria Mathieu

Eine Kooperation des Syker Vorwerks und des Gerhard-Marcks-Hauses

Der Bildhauer Gerhard Marcks (1889-1981), dessen wesentliche Teile seines Lebenswerks in dem von der Gerhard-Marcks-Stiftung getragenen Museum Gerhard-Marcks-Haus in Bremen bewahrt werden, zählt zu den großen figürlichen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Neben einem umfangreichen skulpturalen Œuvre hinterließ er dem Museum mehr als 12.000 Handzeichnungen und über 1.000 Blatt Druckgrafik. Damit verfügt die Gerhard-Marcks-Stiftung mit Ausnahme einiger sehr früher Holzschnitte über das gesamte druckgrafische Werk von Gerhard Marcks aus den Jahren 1915 bis 1981.

Marcks beschäftigte sich innerhalb der druckgrafischen Techniken insbesondere mit dem Holzschnitt und später mit der Lithografie. Der Holzschnitt kam ihm durch das Material und eine der Bildhauerei verwandte, strenger Konzeption unterliegende Ausführung entgegen. In einer spätexpressionistischen Formensprache schildern sie das ländliche Leben. Später, in den 1950er Jahren, ist es die griechische Mythologie, welche ihn beschäftigt. Im Verlaufe der 70er Jahre wandte er sich mehr und mehr der Lithografie zu, die es ihm erlaubte, mit Kreide auf entsprechend präparierte Steinplatten zu zeichnen. Mit weichen, beinahe malerischen Zügen entstehen Landschaftsausschnitte aus der Eifel, wo Marcks einen Großteil seiner letzten Lebensjahre verbrachte.

Die Ausstellung "Marcks & Mathieu" stellt dem Grandseigneur der figürlichen Darstellung des 20. Jahrhunderts mit der 1948 geborenen Maria Mathieu eine zeitgenössische Künstlerin an die Seite, die neben abstrakten Zeichnungen, die figürliche Darstellung mittels Druckgrafik zum Mittelpunkt ihres künstlerischen Werks gemacht hat. Auf Einladung des Syker Vorwerks setzt sich die Künstlerin mit Gerhard Marcks' Werk auseinander und arbeitet Parallelen zwischen ihren und seinen Arbeiten heraus.

Wie ist die jeweilige Sicht auf Natur, Mensch und das eigene Selbst als Künstler? Was bewegt eine gegenwärtig arbeitende Künstlerin noch dazu figürliche Druckgrafik zu schaffen? Gibt es eine spezifisch männliche und eine weibliche Sicht auf Themen und welche Themen finden sich überhaupt im Werk eines anderen Künstlers wieder?
Das alles sind Fragen, die in der Gegenüberstellung der Originalgrafiken von Gerhard Marcks und Maria Mathieu in der Ausstellung in Syke möglicherweise beantwortet werden können.

Die Ausstellung ist als eine Zusammenarbeit mit dem Gerhard-Marcks-Haus angelegt, das sich während seiner Umbauzeit bis Oktober 2016 verstärkt Kooperationen widmet.

Die Ausstellung wird gefördert von der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung und vom Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. mit Mitteln des Landes Niedersachen.