Parser

16.02.2014 - 30.03.2014

Felix Kultau

Mit „Parser“ präsentiert das Syker Vorwerk die erste großangelegte institutionelle Solo-Ausstellung von Felix Kultau.

Der Städelschüler bespielt die einzelnen, aneinandergereihten Räume als ein „pars pro toto“, schafft in sich geschlossene Systeme, die jeweils für sich stehen könnten, in der Gesamtheit jedoch erst ihre volle Entfaltung finden. In der Informatik ist „Parser“ ein Computerprogramm, das für die Umwandlung einer Eingabe in ein für die Weiterverarbeitung brauchbares Format zuständig ist. Und so taucht der Besucher auch in Kultaus „Parser“ ein in ein komplexes Referenzsystem, das zum Um- oder zumindest Mitdenken auffordert.

Seine Installationen und Light Boxes aus alltäglichen Materialien wie Beton, MDF, Leuchtstoffröhren oder Messing verströmen den Geist einer Revolution. Sie sind Crossovers verschiedener Medien, provozieren unterschiedlichste Assoziationen. Ob selbstkonstruierte Wissenschaft, tiefsinnige Philosophie oder Alchemie; ob Popkultur, Subkultur oder Konsumkultur; Felix Kultau recycelt Bruchstücke unseres kollektiven Mediengedächtnisses und evoziert Wiedererkennbarkeit in völlig neuen Zusammenhängen. Dabei ist das Motiv der Zerstörung, des Bruchs immanent in Kultaus Werk, verweist auch auf die Schattenseiten unseres Wohlstandes, unserer technisierten, bequemen, schönen mediengemachten Welt. Vor allem aber verwehrt es sich dadurch der Schlüssigkeit, ist eben nicht gefällig und oberflächlich ästhetisch.

Futuristisch wirken Kultaus minimalistische Kompositionen aus Metall und Licht, wie Zitate und Hommages längst vergangener Wirklichkeiten erscheinen seine Wandarbeiten. In dieser Ausstellung befinden wir uns zwischen den Zeiten, in einem eigenen Kosmos, fern des Gewöhnlichen.

Text: Anna Feldhaus



Ausstellungseröffnung: Sonntag, 16. Februar, um 12 Uhr
Führungen: Sonntag, 9. März, um 11:30 Uhr und Sonntag, 30. März, um 15 Uhr

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog im Kehrer Verlag.