LOUIS NIEBUHR

06.02.2011 - 17.04.2011

Skulpturen
Photograttagen
Zeichnungen


Das plastische Werk von Louis Niebuhr ist zwischen Naturform und Konstruktion angesiedelt. Der Bildhauer greift organisch gewachsene Figurationen auf und stellt ihnen geometrische Modelle gegenüber. Das äußere Erscheinungsbild der Natur korrespondiert so in formaler Pointierung mit deren Bauplänen. Das Spannungsverhältnis zwischen Konstruktivem und Organischem strebt nicht nach Auflösung, sondern bleibt als grundlegende Ambivalenz menschlicher Erfahrungswelt präsent. In diese Dualität mit aufgenommen sind polare Situationen, die ebenso zur Lebenswirklichkeit gehören wie auch zum Kern plastischer Gestaltung führen: Statik und Dynamik, Volumina in Raum und Zeit, Masse und ihre Auflösung.

Nachdem Louis Niebuhr in den 80er und 90er Jahren als Steinbildhauer im italienischen Carrara und in Norwegen gearbeitet hat, setzt er sich in jüngster Zeit in der heimischen Umgebung mit dem Material Holz auseinander. Dabei greift er den Formenbestand auf, den er in den Wäldern rund um Syke antrifft, und thematisiert zugleich die charakteristischen landschaftlichen Räume der nordwestdeutschen Region. Das Gestaltvokabular der Bäume gibt ein offenes Maß vor, im Gegensatz zu dem geschlossenen Maß der circumpolar entwickelten Körper. Die neueren plastischen Arbeiten treten meist in einem modellräumlichen Kontext teils als Installationen oder fotografische Inszenierungen auf. Neben das skulpturale Werk im engeren Sinn treten sogenannte Fotograttagen, in denen der Künstler grafische Eingriffe am Abbild vornimmt, die Volumenmerkmale wie auch räumliche Behauptungen von Naturkörpern akzentuieren oder brechen. In den Fotograttagen ist die Struktur der Kulturlandschaft, also die Gliederung der Natur durch ihre wirtschaftliche Nutzung, der Ausgangspunkt. (Rainer Beßling)


Die Ausstellung wird am 6. Februar 2010 um 12 Uhr eröffnet und ist bis zum 17. April 2011 im Syker Vorwerk zu sehen.

Begrüßung: Landrat Gerd Stötzel
Einführung: Dr. Rainer Beßling

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Landschaftsverband Weser-Hunte e.V. mit Mitteln des Landes Niedersachsen.