"it is a MEAN WORLD out there" by Daniela Fritze

02.05.2010 - 27.06.2010

„Inszenierte Fotografie“ im Syker Vorwerk

Im Fokus der konzeptuellen Fotoserie „it is a MEAN WORLD out there“ der in Syke aufgewachsenen Grafik-Designerin Daniela Fritze stehen Menschen „mit Dreck am Stecken“ – Personen, die entgegen der Norm, unmoralisch oder gar kriminell gehandelt haben –, wobei sie vier Personengruppen im wahrsten Sinne des Wortes ins Scheinwerferlicht rückt: Mörderinnen, betrügende Sportlerinnen und Sportler, „Wilde Frauen“ und skandalöse Prominente.

Mit ihrem Projekt, welches im Rahmen ihres Endexamens des Studienganges „Art & Communication Design“ an der AKI-ArtEZ-Kunstakademie in Enschede, Niederlande, entstanden ist, möchte Daniela Fritze den Betrachter auf ironische und humorvolle Art und Weise darauf stoßen, dass er in einer „niederträchtigen Welt“ lebt und nicht alle Menschen „dort draußen“ gut sind. Dabei befasst sich die Künstlerin intensiv mit gängigen Normvorstellungen, Tabubrüchen, Rollenverständnissen und modernen Mythenbildungen.

Die Besonderheit ihrer Fotoserie ist, dass Daniela Fritze selbst in den inszenierten Porträtaufnahmen in die Rolle der Personen schlüpft: Entsprechend einer Originalvorlage stellt sie die Person mit Frisur, Make-up und Kleidung so realitätsnah wie möglich dar und ahmt Mimik und Gestik in ihrer Aufnahme nach. Einige Fotos sind Imitationen, andere eher freie Interpretationen der Originalbilder.
So steht sie mit der Beschäftigung mit Identität, Individualität und (Selbst-)Inszenierung in der Nachfolge von Künstlern wie beispielsweise Jürgen Klauke, VALIE EXPORT, Sophie Calle und insbesondere Cindy Sherman, zu deren fotografischen Selbstporträts in unterschiedlichen Rollen und extremen Kostümierungen Fritzes Werk die meisten Parallelen aufweist.

Um die persönlichen Hintergründe der realen – historischen oder noch lebenden – Personen besser nachzuvollziehen, hat Daniela Fritze zu den Porträtfotos zusätzlich Kurzgedichte verfasst, die als Vier- bis Achtzeiler die Lebenssituation oder die Taten der entsprechenden Person beleuchten.

Die im Syker Vorwerk präsentierten Bilder sind eine Auswahl des Gesamtwerks, welches Porträtaufnahmen von 48 Charakteren umfasst.

Die Ausstellung wird am 2. Mai um 12 Uhr eröffnet und ist bis zum 27. Juni im Erdgeschoss des Syker Vorwerks zu sehen.
Einführende Worte spricht Nicole Giese, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Syker Vorwerks.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.



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