Brennen für die Kunst

07.06.2009 - 20.09.2009

Stationen des Lehrkonzepts von Prof. Fritz Vehring an der Hochschule für Künste Bremen I 1986-2009

Mendy Arp, Kirsten Brünjes, Ute Alexandra Fischer, Heidrun Kohnert, Ulrike Linke, Susanne Meissner, Martin Mindermann, Ulrike Möhle, Lu Nguyen, Sam-Chill Park, Gerlinde Plagentz, Azusa Ueno, Fritz Vehring, Mei-Shiu Winde-Liu

Brennen für die Kunst – ein ambitionierter Titel, wobei vor allem seine Mehrdeutigkeit gefangen nimmt: Um Kunst zu machen, bedarf es einer Begeisterung für die Sache. Sich einer kreativen Tätigkeit hinzugeben, ist ein Privileg und eine Verkörperung des Menschseins – „denn der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (Schiller) –, seine Möglichkeiten der Form, am Material erprobend und durchspielend. Zwei Dinge kommen zusammen: das Material, der Ton und die Begeisterung, der Geist, der das Material belebt, wie es bereits in der Genesis heißt. Der Ton, aus dem Gott Adam formt, und der Odem, der Atem, den er ihm einbläst und ihn damit zum Leben erweckt. Brennen für die Kunst hat aber auch einen zweiten Sinn: Der Ton, das geschmeidige, biegsame, formbare Material, das jeden Fingerdruck, Impuls des Kreateurs nachgibt, wird zum Schluss gebrannt, erhält seine definitive, feste Form im Brennprozess, in der die gefundene Form erstarrt und zugleich verwandelt wird: Das Weiche mutiert zu fester Gestalt, aber noch mehr, mit zunächst unscheinbaren Farben und Glasuren überzogen, erstrahlt die gebrannte Form im leuchtenden Gewand, als Phönix aus einer erdfarbigen Tonmasse entsteigend, zeigt sich eine zunächst verborgene Qualität.

Am Ende seiner künstlerischen Lehrtätigkeit an dieser Hochschule schaut Fritz Vehring zurück auf sein künstlerisches Werk und die Resultate seiner Lehrtätigkeit – in Form einer Ausstellung, 13 + 1, dreizehn Positionen von ehemaligen Schülern und seine eigene sind zu besichtigen. Es handelt sich um eine gleichberechtigte künstlerische Gemeinschaft, die sich einem Material verpflichtet sieht und mit ihm unterschiedlichste Wege beschreitet: von der Gefäßkeramik zu freien Objekten. Konzeptuelle Arbeiten stehen neben organischen, von der Natur inspirierten Gebilden. Experimentelle, dem Austesten des Materials verpflichtete antworten Gefäße in klassischer Form, die haptische Betonung der Oberfläche dem freien Spiel unerwarteter Farbkonstellationen. Auf diesem Hintergrund prägte Fritz Vehring mit seiner künstlerischen Haltung einen wichtigen Bereich der Kunsthochschule. (Peter Rautmann)



Die Ausstellung wird am 7. Juni 2009 um 12.00 Uhr im Syker Vorwerk eröffnet und ist dort innen wie außen im Park bis zum 20.9.2009 zu sehen.

Begrüßung: Bernd Wagemann, Dr. Ralf Vogeding
Einführung: Prof. Dr. Peter Rautmann


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Landschaftsverband Weser-Hunte e.V., e.on│Avacon, Hochschule für Künste Bremen.